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17. Sonntag im Jahreskreis (A)

Hausgottesdienst, 26. Juli 2026

Lied:

Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde
(GL 467)
 

Einleitung

An Gott und sein Wirken in der Welt glauben zu können, ist Gnade, ist ein Geschenk Gottes. Jesus nannte diese Glaubensgewissheit die Frohe Botschaft vom Reich Gottes, bzw. vom Himmelreich. Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, dass Menschen dieses Licht des Glaubens aufgeht. Glauben zu können betrachtete er als einen besonderen Schatz, den zu finden und zu entdecken sich mehr alles andere lohnt. Am Beginn unseres Gottesdienstes bitten wir Gott, dass er sich unser erbarme und dass er uns den Wert des Glaubens immer tiefer erschließe. 
 

Kyrie-Ruf

Herr, Jesus Christus, du bist das Haupt und der Hirt deines Volkes.
Herr, erbarme dich.

Du führst deine Herde auch durch unsichere Zeiten.
Christus, erbarme dich.

Du begleitest uns auf dem Weg der Vollendung.
Herr, erbarme dich.
 

Gebet

Herr, unser Gott. Wir wissen uns von dir geliebt und als unendlich kostbar erachtet. Wir danken dir dafür und bitten dich: Bleib bei uns, damit wir dich auf unserer Suche und in allen Zweifeln immer öfter ganz nahe spüren. Darum bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebt und für uns da ist bis in Ewigkeit.
Amen.
 

Evangelium (Mt13, 44-52)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie. Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja. Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
 

Gedanken zum Evangelium

Kostbare Funde sind es, die im heutigen Evangelium als Vergleichspunkte für das Himmelreich dienen: ein vergrabener Schatz im Acker, eine kostbare Perle. Aber es ist auch ein hoher Einsatz, den der Erwerb des Schatzes von den Findern fordert - von beiden heißt es: „Er verkaufte alles, was er besaß.“
Schon regt sich Widerspruch, der aus dem praktischen Leben entspringt: Ist das vernünftig, alles auf eine Karte zu setzen? Ist der Fund den hohen Einsatz wert? Können die elementaren Lebensbedürfnisse noch gedeckt werden, wenn alles verkauft wird, um den Schatz erwerben zu können? Gibt es keine Verpflichtungen anderen gegenüber, die durch so eine radikale Aktion verletzt werden könnten? Und aufs Heute bezogen: Gibt es nicht allzu viele Menschen, die sich wegen einer Liebhaberei, einer fixen Idee in Unkosten stürzen, die ihnen dann über den Kopf wachsen?
Noch bevor meine aufgeregten Einwände an ein Ende kommen, meldet sich der Teil in mir zu Wort, der vom richtigen und guten Verstehen von Gleichnissen weiß: Er sagt mir, es geht in Gleichnissen nicht um eine Geschichte, die 1:1 in die Realität übertragen werden kann, sondern es geht um den einen springenden Punkt, auf den die kleine Geschichte hinzielt.
Was aber ist der springende Punkt in diesen beiden kleinen Beispiel-Erzählungen? Vielleicht könnte man ihn so formulieren: Wenn du etwas als unbedingt richtig und gut erkannt hast, dann lass dich davon locken und nach vorne ziehen; folge dieser Spur und setze deine Kräfte dafür ein.
Unterbrechen wir diesen Gedanken kurz an dieser Stelle und erinnern wir uns an die erste Lesung! Dem heutigen Evangelium ist eine Erzählung aus dem Ersten Testament zur Seite gestellt, die jenes gut ergänzt. Von König Salomo wird erzählt, dass er einen Wunsch frei habe. Es wird ihm sozusagen ein kostbarer Schatz in Aussicht gestellt. Worauf möchte er sein Leben ausrichten? Was ist sein Schatz, dem er alle anderen Wünsche unterordnet, dessentwegen er - in Gleichnis-Sprache gesprochen - alle anderen „verkauft"? Was schwebt ihm als Ziel vor Augen, dessen Spur er folgen möchte? Er nennt die Weisheit als seinen Schatz.
Die Weisheit halte ich für eine unabdingbare Zugabe, wenn wir uns auf die Suche nach dem Schatz im Acker unseres Lebens machen, nach dem Kostbaren, Unverzichtbaren, das lockt und nach vorne zieht und das wir uns auch etwas kosten lassen.
Verschiedene Menschen werden ihren Schatz wohl unterschiedlich benennen. Für manche wird es das Glück einer Familie sein, dem sie vieles andere unterordnen. Für manche wird es die berufliche Aufgabe sein, manchen geht es um das Pflegen einer besonderen Fähigkeit, die ihnen gegeben ist. Wenn die Suche nach dem, was gut und richtig ist, von Weisheit geleitet ist, wird darin ein kostbarer Schatz für das Leben liegen.
Unsere Suche nach dem Schatz ist aber nicht nur eine individuelle Sache. Auch uns als Gesellschaft insgesamt ist diese Suche aufgegeben. Zurzeit fällt einem da als Schatz, den es zu heben gilt, vielleicht zuerst eine lebenswerte Welt und Umwelt ein, eine Welt, die ihr Gleichgewicht erhält bzw. wiederfindet, eine Erde, die mit ihrem Reichtum alle Menschen ernährt, die auf ihr wohnen, eine Erde, die mit ihren riesigen Wäldern und Flächen an Meerespflanzen atmet und alle Lebewesen mit Sauerstoff versorgt, eine Erde, die über Generationen hin eine lebenswerte Heimat für Menschen und Tiere ist.
Wir sind es gewohnt, von Klimakrisen und herannahenden Katastrophen zu hören und zu reden. Diese alarmierende Sicht ist sicher notwendig. Aber wäre es darüber hinaus nicht auch heilsam, dem Hinweis der beiden kleinen Gleichnisse zu folgen und den Schatz in den Blick zu nehmen, den es zu finden und zu ehren gilt? Das würde auch bedeuten, dass der Verzicht, der für diesen Schatz zu leisten ist, in einer anderen Farbe gesehen wird - nicht ein Verzicht unter Ächzen und Stöhnen, sondern in der Freude und der Freiheit, die daraus erwächst, dass der Verzicht auf ein lockendes Ziel hinführt.
Noch einmal sei eingeräumt, dass der Verzicht auch oft hart errungen werden muss: der Verzicht auf unbeschränkten Ressourcenverbrauch, auf Bequemlichkeit, auf Billigprodukte, auf fragwürdige Gewohnheiten. Aber wir sollten nicht aus dem Blick verlieren, was es zu gewinnen gibt ... Und bei allem möge uns die Weisheit leiten!

(Johanna Strasser-Lötsch)
 

Lied:

Herr, gib uns Mut zum Hören
(GL 448)
 

Fürbitten

Unser Herr Jesus Christus hat uns Menschen dazu berufen, mit Zuversicht am Reich Gottes mitzubauen. Darum bitten wir:

Für die Kirche: Dass sie sich aufmacht zu neuen Ufern und in der Kraft des Evangeliums mit den Menschen Hoffnung und Zuversicht teilt.

Für alle Menschen, die wichtige Entscheidungen zu treffen haben: Dass sie Weisheit, Mut und einen klaren Blick für das Gute erhalten und verantwortungsvoll handeln

Für alle Ehrenamtlichen: Dass ihre Einsätze reiche Frucht bringen und sie immer wieder neue Kraft für ihren Dienst finden.

Für die Menschen, die auf der Flucht sind: Dass sie Schutz, Geborgenheit und offene Herzen finden und in Frieden eine neue Zukunft aufbauen können.

Für alle Verstorbenen: Dass du sie heimführst zu dir und ihnen das ewige Leben in deiner Herrlichkeit schenkst.

Guter Gott, du kennst unsere Sorgen und Nöte dieser Zeit. Nimm sie an und begleite uns auf unserem Weg durch diese Zeit. Heute und alle Tage unseres Lebens.

Amen.
 

Einleitung zum Vaterunser

Guter Gott, wir haben allen Grund, dir zu danken und dich zu preisen. Du hast uns das Leben geschenkt als einmaliges und kostbares Gut und du gibst uns, was wir zum Leben brauchen. Deshalb beten wir voll Vertrauen: Vater unser im Himmel …
 

Segensgebet

Es segne uns Gott, der Vater, der wie ein guter Sämann unermüdlich sein Wort aussendet.
Es segne uns Gott, der Sohn, der uns durch sein Beispiel die Sehnsucht nach dem Schatz im Acker gelehrt hat.
Es segne uns Gott, der Heilige Geist, der das Wachsen des Reiches Gottes in dieser Welt antreibt und vollendet.

So segne uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
 

Lied:

Nun danket all und bringet Ehr
(GL 403)
 

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