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2. Sonntag der Osterzeit im Jahreskreis (A)

Hausgottesdienst, 12. April 2026

Lied:

Preis dem Todesüberwinder
(GL 780)
 

Einleitung

Der Sonntag nach Ostern wird auch "Weißer Sonntag" genannt. In den ersten Jahrhunderten des Christentums trugen die in der Osternacht Getauften bis zum ersten Sonntag nach Ostern ein weißes Gewand als Zeichen dafür, dass sie in der Taufe Christus angezogen haben. Getaufte leben aus dem Geist Jesu, der sie nun beseelt und erfüllt. Uns vom Geist Jesu prägen und formen zu lassen, ist uns das ganze Leben hindurch aufgegeben.
 

Kyrie-Ruf

Herr Jesus Christus, du hast uns deinen Hl. Geist eingehaucht.
Herr, erbarme dich.

Du hast gesagt: Selig, die nicht sehen und doch glauben.
Christus, erbarme dich.

Du hast deine Jünger ausgesandt, den Frieden zu bringen.
Herr, erbarme dich.
 

Gebet

Guter Gott, in deinem Sohn hast du dich uns ganz offenbar gemacht und uns in seiner Auferstehung die Hoffnung auf ewiges Leben geschenkt. Wie seine Jüngerinnen und Jünger, stehen wir oft fassungslos und ungläubig da und verschließen uns vor dieser Unfassbarkeit. Öffne uns in diesem Gottesdienst neu und mache uns bereit, dem Sendungsauftrag deines Sohnes zu folgen.
Amen.

Evangelium (Johannes 20, 19-31)

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
 

Gedanken zum Evangelium:

„Bist du heute zum Abendessen da?“ – „Weiß ich noch nicht. Kommt drauf an …“
Kennen Sie solche Gespräche? Wenn zum Beispiel Kinder erwachsen werden und ihr eigenes Leben führen, kann dies passieren. Das kann herausfordernd sein und zu Unfrieden führen. Denn wenn man zusammenlebt, braucht es Verlässlichkeit. Einfach kommen und gehen wie man will – das funktioniert auf Dauer nicht. Das gilt im Verein, im Beruf, sogar hier im Gottesdienst. Es wäre doch seltsam, wenn ständig jemand rein- und rausginge, wie es ihm gerade passt. Gemeinschaft braucht Verlässlichkeit.
Wie ist das eigentlich mit Jesus? Ist er wirklich verlässlich da? Oder kommt und geht er, wie er will?
Die Jünger haben dies nach Ostern erlebt. Er tauchte unerwartet auf. Mal hier, mal dort. Zuerst bei Maria Magdalena. Dann bei ihnen. Einmal fehlte Thomas in ihrem Kreis, beim nächsten Mal war er dabei. Jesus kam sogar durch verschlossene Türen. Die Jünger hatten das nicht mehr in der Hand. Sie konnten nicht planen, nicht festhalten. Sie waren verwirrt: Lebt er, oder lebt er nicht? Kommt er jetzt – oder nicht? Bleibt er, oder geht er wieder?
Und plötzlich kommt er zu ihnen und begrüßt sie: „Friede sei mit euch.“ Gleich zweimal sagt er Ihnen diesen Wunsch beim ersten Treffen. Warum?
Vielleicht, weil die Jünger alles andere als inneren Frieden hatten. Denn die Situation war ihnen völlig unklar. Sie hatten Jesus vertraut, ihm alles zugetraut. Er war ihr Mittelpunkt, ihr Halt, ihr „Chef“. Und dann: sein Tod. Auch wenn Jesus seinen Tod angedeutet hatte, war er für sie unbegreiflich. Jesus hatte Hoffnungen und Erwartungen enttäuscht. Innerlich waren die Jünger sicherlich voller Unfrieden: Was jetzt? Wie geht es weiter? Braucht es ihre Gemeinschaft überhaupt noch?
Dann hören sie: Jesus lebt. Und plötzlich steht er tatsächlich in ihrer Mitte. Ja, da ist Freude. „Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.“ Aber das ist kein lauter Jubel, kein lautes Hosianna. Denn eines ist klar: Es wird nicht mehr so wie früher. Er ist nicht mehr unter ihnen wie vor seinem Tod.
In diese Situation hinein begrüßt sie Jesus: „Friede sei mit euch.“
Man kann diesen Gruß so hören, dass Jesus ihnen sagen will: Macht Frieden. 
    • Macht Frieden mit meinem Tod.
    • Macht Frieden mit euren enttäuschten Erwartungen.
    • Schaut auf meine Wunden – sie sind noch da. Aber sie haben nicht das letzte Wort. 
    • Macht Frieden damit, dass euer Weg anders weitergehen wird, als ihr gedacht habt.
„Friede sei mit euch!“ – Genau das passiert: Die Jünger finden neuen Mut, neue Kraft. Jesus richtet den Blick nach vorn. Er hat eine Aufgabe für die Jünger: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Sie sollen jetzt selber ihren Weg gehen. Und sie machen das. Sonst wüssten wir ja heute nichts davon. Es hätte ja auch anders kommen können. Die Botschaft hätte still und leise vergessen werden können. 
Aber das ist nicht geschehen. Aus Verwirrung wird Klarheit. Aus Enttäuschung wächst neue Hoffnung. Aus Unfrieden entsteht innerer Frieden, sogar bei Thomas, der am Zweifeln war. 
Das ist alles andere als selbstverständlich. Wir kennen das auch anders. Enttäuschungen führen heute oft zu Wut. Häufig ist sie zu spüren: in Diskussionen, in der Gesellschaft, im Alltag. Und so verständlich Wut manchmal ist – sie zerstört. Wenn Wut regiert, geht etwas kaputt: Beziehungen, Vertrauen, manchmal sogar Dinge ganz konkret. Wut kann Druck ablassen, aber sie baut nichts auf.
Bei den Jüngern hören wir nichts von Wut. Ein Glück, denn ich glaube nicht, dass wir sonst von Jesus heute wüssten. Vielmehr haben die Jünger für sich Frieden gefunden. Einen Frieden, den sie sich nicht selbst gemacht haben. Ein Frieden, der ihnen zugesprochen wurde: „Friede sei mit euch.“
Wir hören heute diese Worte. Diesen Wunsch spricht Jesus auch uns heute zu.
Auch wir erleben Enttäuschungen. Dinge laufen anders als gedacht. Hoffnungen erfüllen sich nicht. Vielleicht in der Familie, wenn die Kinder größer werden, oder im Beruf, in der Gesellschaft. Und genau da hinein spricht Jesus uns zu: „Friede sei mit euch.“ Damit aus Enttäuschung nicht Bitterkeit wird, sondern etwas Neues wachsen kann. Damit wir unseren Weg finden – auch wenn er anders verläuft als geplant.
„Friede sei mit euch.“ Lassen wir uns dies zusagen. Damit wir zu österlichen Menschen werden.

(Felix Lamprecht)
 

Lied:

Freu dich erlöste Christenheit
(GL 337)
 

Fürbitten

Im Heiligen Geist, der uns Kraft zum Leben schenkt, lasst uns miteinander und für einander beten:

Für alle Neugetauften, dass sie Kirche als lebendige Gemeinschaft erleben, in der in Offenheit und gegenseitigem Wohlwollen Reich Gottes verwirklicht wird.

Für alle verfolgten Christen, dass sie im Glauben an den auferstandenen Herrn für ihre persönlichen Nöte die Hoffnung auf Hilfe nicht verlieren.

Für alle jene, die sich in ihren Zweifeln nicht ernst genommen fühlen.

Für alle, die erkennen müssen, dass im Leben nicht alles machbar ist, sondern in Geduld und Gottvertrauen die Lösung mancher Probleme erwartet werden muss.

Für unsere Verstorbenen, dass sie durch Gottes Barmherzigkeit Anteil am ewigen Leben erhalten.

Denn der Heilige Geist ist über uns ausgegossen. In ihm und durch Jesus Christus, den auferstandenen Herrn, loben wir dich, den Vater, jetzt und in Ewigkeit.

Amen. 
 

Einleitung zum Vaterunser

Selig, die nicht sehen und doch glauben:
Vater unser ...
 

Segensgebet

Gott mache die Tore deiner Seele weit und öffne die Türen zu deinem Herzen, dass die heilenden Kräfte dich durchströmen und sich in dir ausbreiten können. Gott breite in dir die Zweige der Hoffnung aus, dass der Friede in dich einziehen kann und deine Seele zur Ruhe kommt. Dazu segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
 

Lied:

Das neue Morgenrot erglüht
(GL 775)