Impulse
Auf ein Wort
von Christoph Glaser,
Liebe Lerinnen, liebe Leser,
Und wieder drehen wir eine Runde, wieder steigen wir in den Ring, wieder nehmen wir uns vor, im Advent aller Eile und Hektik zu widerstehen, um uns jenseits von Weihnachtsfeiern, Lichterketten und Einkaufsrummel dem Wesentlichen zu widmen. Und wieder wird uns die Zeit knapp werden, bis alle Vorbereitungen erledigt und alle Lieben - oh, nicht nur die Lieben (!) - bedacht und beschenkt sind. Besinnliches verordnen wir uns und den anderen, Rorate ruft früh schon in die Kirche, schnell noch eine Tasse Kaffee, Licht aus, Kerzen an: „Seht, die gute Zeit ist nah!“ und „Komm, du Heiland aller Welt!“Aber ach, sie will nicht still werden, die stille Zeit. Und sie muss es auch nicht, liebe Mitchristen. In Eile zu sein, gehört zu unserem Leben. Auch in der Bibel kommt die Eile öfters vor. Sogar in der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas. Von Besinnung konnte wohl bei Maria und Josef angesichts drängender Wehen und überfüllter Herbergen keine Rede sein.
Und die Hirten? Sie lassen alles stehen und liegen, um zur Krippe zu eilen. Und die Schafe und das ganze Ensemble im Stall: ein Gedränge und Geblöke wie auf dem Weihnachtsmarkt.
Der Heiland: erschienen im kleinen, zappelnden, schreienden Kind.Die ganze Seligkeit, mitten im hektischen, vielmals bejammerten Vor-Weihnachtsstress. Was also jammern wir uns die Ohren voll, wenn wir am Heiligabend müde und abgespannt an der Krippe stehen? Wo es Gott genug ist, ist es immer gut genug.So dürfen wir an Weihnachten „ruhig“ manchmal in Eile sein – wenn es eine „wohltuende“ Eile ist. Eine Eile mit Weile, eine Eile, die uns weiter und näher bringt zu unseren Zielen, unseren Mitmenschen, zu Gott …Im Advent müssen wir nichts beweisen. Wir dürfen Gott kommen lassen. Das ist alles. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den vor uns liegenden Advents- und Weihnachtstagen neu entdecken, was wirklich dringend ist und wo Eile oder Weile angesagt ist.
Ihr Christoph Glaser, Diakon





