Lied:
Meine Hoffnung, meine Freude
(GL 365)
Einleitung
Der Glaube an Gott ist uns durch Wort und Beispiel geschenkt. Es waren oft die Mütter, die Väter, die Großeltern, vielleicht auch gute Freunde, Freundinnen, die uns zu Jesus führten. Sie waren für uns wie gute Hirten, die uns zu dem Guten Hirten Jesus führten. Jesus will uns „Leben in Fülle“ schenken. Er sagt von sich: „Ich bin die Tür zu den Schafen“, die Tür zu einem guten Leben. Jesus lädt uns ein, auf seine Worte zu hören. Bitten wir um sein Erbarmen.
Kyrie-Ruf
Herr Jesus Christus,
du bist die Tür zu den Schafen. Du schenkst unserem Leben Halt.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
deine Schafe hören auf deine Stimme. Du schenkst Worte des Lebens.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du führst uns auf gute Weide. Du schenkst Leben in Fülle und Freude.
Herr, erbarme dich.
Gebet
Mit Menschen warst du immer, Gott, unterwegs. Durch die Wüste. Auf Pfaden in der Einöde. Auf trostlosen Höhenwegen. Wie ein guter Hirte führst du deine Gemeinde in das weite Land des Lebens. Unsere Bilder kommen an Grenzen, unsere Hoffnungen aber stürmen sie. Schau auf die Menschen, denen das Fell über die Ohren gezogen wird, und gib uns den Mut, in deinem Namen für Wahrheit und Recht einzustehen. Du vertraust uns dein Wort an. Wie Jesus, dem Anführer und Vollender des Glaubens. In der Kraft deines Geistes. Heute, für die Ewigkeit.
Amen.
Evangelium (Johannes 10, 1-10)
In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Gedanken zum Evangelium:
Wie viele Türen haben Sie zuhause? Nicht nur die Haustür, sondern auch Zimmertüren. Tagtäglich durchschreiten wir verschiedene Türen. Sie öffnen oder schließen den Zugang zu einem anderen Raum. Sie trennen und verbinden gleichzeitig. Sie schützen uns und geben uns Sicherheit. Sie öffnen uns den Weg in die Weite, zu neuen Perspektiven. Türen geben den Weg in neuen Lebensräume frei. Manchmal kommt es auch vor, dass wir vor einer verschlossenen Türe stehen. Das kann dann ärgerlich, peinlich, manchmal sogar zum Verzweifeln sein.
„Türen“ können uns noch in einem anderen Sinn begegnen: Sie können auch für die Lebensweise von Menschen stehen. Wir sprechen von Menschen, die verschlossen sind. Da finden wir keinen Zugang zu ihren Gedanken und Herzen, die lassen keinen an sich ran. Und umgekehrt begegnen uns auch Menschen, die offenen Herzens sind. Sie lassen uns teilhaben an ihrem Leben.
Heute überliefert uns das Johannes-Evangelium eines der sieben „Ich-bin-Worte“ Jesu. Jesus sagt von sich: Ich bin die Tür, und er sagt es im Zusammenhang mit dem Wort vom Leben in Fülle. Welch ein wunderbarer Gedanke: Jesus, die Tür, die zum Leben in Fülle führt. Diese Tür verspricht uns einen Zugang zu ganz wesentlichen Dingen, ohne die wir nicht leben könnten: geborgen sein, beschützt sein und das Gefühl sicher zu sein. Ich stelle mir vor, dass ich mich beim Gehen durch die Tür in diesen Schutzraum umarmt und zugleich ganz frei fühlen kann. Sie führt mich zu einem Leben, das ich mir noch nicht vorstellen kann, von dem ich aber jetzt schon erzählen kann, weil wir im Glauben an diesen Jesus schon jetzt neuen Zugang zu diesem Leben in Fülle geschenkt bekommen haben. Denn was er in Aussicht stellt, ist durch sein Tun gedeckt. Es ist so sehr an ihn gekoppelt, dass er dafür sogar in den Tod geht. Sein Leben war radikale Hingabe für alle, die gerettet werden sollen. Und Gott hat ihn aus diesem scheinbar sinnlosen Tod ins ewige Leben auferweckt und an seine Seite geholt, damit alle wissen: wir sind nicht geboren, um zu sterben und ins Nichts zu versinken, sondern wir sind geboren, um ewig zu leben.
Die Fülle wird nicht nur dann erreicht, wenn alles schön, alles gut ist, alles glatt geht. Die Fülle des Lebens, die uns durch Jesus geschenkt wird, wird erlebt, wenn das Leben in all seinen Facetten, mit all seinen Ecken und Kanten, all seinen Unebenheiten angenommen und durchlebt wird.
Im Blick auf Jesus, der all das auch durchlebt hat, kann ich diese Herausforderung annehmen und im Glauben bestehen. Treten wir im Glauben an die österliche Botschaft immer wieder durch die Tür, die Jesu Liebe und Barmherzigkeit uns öffnet und wir werden erfahren, wie tief und schön unser Leben jetzt schon ist, wenn wir es mit ihm und miteinander teilen.
(Jürgen Schwarz)
Lied:
Mein Hirt ist Gott der Herr
(GL 421)
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du bist die Tür zu den Schafen. Du schenkst Leben in Fülle.
Wir bitten dich:
Erfülle alle mit Mut, von deiner Liebe und deinen guten Taten Zeugnis zu geben.
Schenke allen offene Herzen für deine Liebe, die nach Sinn und Halt für ihr Leben suchen.
Hilf allen, die in deiner Kirche wirken, die Fragen und die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen.
Gib allen Klugheit, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen.
Erfülle alle mit Freude und Mut, die sich für die Schwächsten der Gesellschaft einsetzen.
Führe die Verstorbenen in deine Herrlichkeit.
Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit.
Amen.
Einleitung zum Vaterunser
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Vater unser ...
Segensgebet
Wie der gute Hirte sei der Herr vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen. Wie der gute Hirte sei der Herr neben dir, um dich auf den Arm zu nehmen und dich zu tragen, wann du es nötig hast. Wie der gute Hirte sei der Herr bei dir, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen. Wie der gute Hirte sei der Herr unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst oder aus dem Loch zu befreien, wenn du hineingefallen bist. Wie der gute Hirte sei der Herr mit dir.
Es segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
Lied:
Das ist der Tag, den Gott gemacht
(GL 329)

